Fußball-Duden: Phantomtor

Ein Phantomtor (alternativ "Ghost Goal", "Geistertor" oder "das dritte Tor") ist ein Treffer, den der Schiedsrichter gibt, auch wenn der Ball überhaupt nicht hinter der Linie gewesen ist. Es gibt drei Formen des Phantomtors.
    1. Der Ball springt an die Unterkante der Latte und vor die Linie, der Unparteiische und sein Assistent sind sich aber einig, dass der Ball hinter der Linie gewesen sein muss und entscheiden auf Tor. Das bekannteste Beispiel hierfür ist das bis heute berühmte Wembley-Tor von 1966, als die Kugel im Finale der Weltmeisterschaft nach einem Schuss von Geoff Hurst (England) klar vor der Linie aufgesprungen war und dennoch auf Tor entschieden worden war. Eine Wiederholung des Finales gab es trotz vermehrter deutscher Proteste nicht.
    2. Der Ball rollt durch ein Loch im Tornetz in den Kasten. Jüngstes Ereignis sah man am 18. Oktober 2013, als Stefan Kießling (Bayer 04 Leverkusen) ans Außennetz köpfte und das Leder durch ein zuvor nicht bemerktes Loch ins Tor eindrang, das Schiedsrichtergespann das Tor gab. Diese Form des Phantomtors dürfe eigentlich überhaupt nicht passieren, da vor dem Spiel der Schiedsrichter extra das Tornetz auf solche Löcher kontrolliert.
    3. Der Schiedsrichter entscheidet einfach auf Tor, obwohl es keinerlei Berührungen mit dem Gehäuse gegeben hat. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist der Treffer von Thomas Helmer (FC Bayern München) 1994, als er den Ball aus weniger als einem Meter neben das Tor schlug. Der Unparteiische schien sich nicht erklären zu können, wie er das gemacht hatte, und gab das Tor. Damals wurde das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg wiederholt, aus dem 2:1 wurde ein 5:0 für die Bayern und Nürnberg stieg kurze Zeit später wegen der mieseren Tordifferenz aus der Bundesliga ab.